Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Stamm Wilhelm Löhe, Landshut


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Das kleine Erste - Hilfe - ABC (II)

Des in´s Aug, brennt aa...   
(2. Teil - Brandverletzungen)

Nachdem wir uns im ersten Teil mit der Haut und Verletzun-gen der selbigen beschäftigt haben, kommt dieses Mal der zweite große Teil: Verbrennungen bzw. Verbrühungen.
Verbrennungen entstehen durch Berührung mit heißen Gegenständen, Flüssigkeiten, Dämpfen, Gasen und offenem Feuer. Aber auch durch elektrischen Strom und Bestrahlung (das was landläufig als Sonnenbrand bezeichnet wird, ist ebenfalls eine Brandwunde!). Wurden die Schäden durch kochendes Wasser oder Wasserdampf verursacht (dazu zählen auch alle Arten von Suppen, undefinierbaren Eintöpfen, kurz und gut beinahe alles, was man so auf einem Lager warm zum Essen vorgesetzt bekommt...), dann bezeichnet man sie als Verbrühung.
Grundsätzlich gilt, daß die Schwere der Verletzung von der Temperatur und deren Einwirkungszeit abhängt. Das heißt, daß auch relativ niedrige Temperaturen (z.B. 60 Grad warmes Spülwasser) bei entsprechend langer Einwirkdauer schädigen, obwohl man kurzzeitig ohne Probleme reinlangen kann.

Schwere der Verletzung
Zunächst ist erstmal wichtig, wie schwer eine Brandverletzung einzuschätzen ist. Dazu gibt es zwei Maße: Den Grad der Verbrennung und die Ausdehnung der Brandwunde.

Der Verbrennungsgrad
Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade, deren Kennzeichen sich jedoch langsam entwickeln, so daß der tatsächliche Grad anfangs nur ungenau zu bestimmen ist. Bei Verbrennungen 1. Grades ist eine Hautrötung und eine geringe Schwellung erkennbar. Der Betroffene spürt einen brennenden, ziehenden Schmerz. Unter diesen Grad fallen auch die meisten Sonnenbrände. Ist die Hautrötung bereits mit einer Blasenbildung, einer oberflächlichen Zerstörung der Haut und einer starken Schwellung verbunden, handelt es sich um eine Verbrennung 2. Grades. Eine Verbrennung
3. Grades ist gekennzeichnet durch die vollkommene Zerstörung des Deckgewebes und tieferer Hautschichten bis hin zur Verkohlung.

Die Ausdehnung
Um die Ausdehnung einer Brandverletzung festzustellen, bedient man sich der sogenannten Neunerregel. Mit ihr ermittelt man aufgrund der sichtbaren Hautveränderungen, welcher Prozentsatz der Körperoberfläche betroffen ist. (Neunerregel deswegen, weil alle Prozentzahlen vielfache von Neun sind).
Kopf und Hals = 9%
Rumpf = 36% (4x9%)   
Arme = 18% (je 9%)   
Beine = 36% (je 2x9%)   
Dammgegend = 1%
    => 100%

Bei Kindern gelten wegen der vom Erwachsenen deutlich unterschiedlichen Körperproportionen folgende Werte:
Kopf und Hals = 16%
Rumpf = 32% (4x8%)
Arme 18% (je 9%)   
Beine 34% (je 17%)   
    => 100%

Als zweite Faustregel für die Beurteilung der verbrannten Körperoberfläche kann auch die sogenannte Handflächenregel herangezogen werden, denn die Handfläche des betroffenen entspricht ca. 1% seiner Körperoberfläche.

Maßnahmen
Sind bei einem Erwachsenen ca. 40% der Körperoberfläche zweitgradig verbrannt, so besteht Lebensgefahr! Bei Kinder liegt dieser Wert sogar deutlich niedriger, etwa bei 20%! Bei Verletzungen 3. Grades können auch schon geringere Ausdehnungen Lebensgefahr bedeuten. Also, bei großflächigen Verletzungen auf jeden Fall den Rettungsdienst verständigen. Und weil die Telefonnummer bei den JuPfi-Proben keiner gewußt hat, hier noch einmal ausführlich:

Rettungsdienst
19222 (Jetzt auch ohne Vorwahl!)
Polizei
110
Feuerwehr
112


Leider ist die Rufnummer für den Rettungsdienst nicht überall gleich. Solltet ihr unter der 19222 niemanden erreichen, probiert es am besten unter der Rufnummer der Feuerwehr (112).
Sehr gefährlich ist auch, wenn heiße Gase, z.B. die Flamme am Lagerfeuer angeatmet wurden, denn auch die Atemwege können verbrennen. Sollten also Brandwunden im Gesichtsbereich vorliegen, ebenfalls unbedingt den Rettungsdienst benachrichtigen!

Aber nun zu dem, was ihr machen könnt und sollt:

1. Hat Kleidung Feuer gefangen so ist dieser Brand selbstverfreilicht erstmal zu löschen, z.B. mit einer Decke die Flammen ersticken, den betreffenden am Boden wälzen, mit Wasser ablöschen, etc.
Ist der Brand gelöscht, wird die verbrannte Kleidung auf der Wunde belassen. Bei Verbrühungen dagegen werden die Kleider möglichst rasch entfernt, denn sie haben sich in der Regel mit heißer Flüssigkeit vollgesogen und verlängern dadurch die Dauer der Wärmeeinwirkung (und vergrößern dadurch den Schaden).

2. Der nächste Schritt ist die Kaltwasseranwendung, das heißt entweder Spülen mit kaltem Wasser oder Eintauchen. Zum einen lindert das kalte Wasser die Schmerzen und verhindert zum anderen das Nachbrennen der Wunde. Wichtig ist, daß damit nicht schon nach ein oder zwei Minuten aufgehört wird. Man sollte mindestens 15 Minuten spülen, unter Umständen sogar länger.

3. Anschließend wird die Brandwunde keimfrei bedeckt, um ein zusätzliches Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern. Dazu verwendet man idealerweise, ein sogenanntes Brandwundenverbandpäckchen. Das hat eine beschichtete Wundauflage, die verhindert, daß der Verband auf der Wunde kleben bleibt (ähnlich wie mit Bratkartoffeln in der Teflonpfanne - klebt nix!). Ist die Fläche größer, bedeckt sie am besten mit einem Brandwundenverbandtuch. Wenn ihr wissen wollt, wie sowas aussieht oder wie man damit umgeht - wendet euch an Tweety, Frank, Andi oder mich, denn das kann man besser zeigen als beschreiben...

So, das war´s wiedermal für heute.
Gut Pfad,

    Nopps

Autor: Nopps
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