Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

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Materialkiste - Lampen

III) Licht ins Dunkel...

... das ist nun seit 120 Jahren dank T. A. Edison kein so großes Problem mehr: Ein Klick und das Licht ist an. Überall wo Elektrizität vorhanden ist funktioniert das so. Wenn wir auf Fahrt oder im Lager sind, können und wollen wir auf dieses Element der „Zivilisation“ nicht zurückgreifen - das ist schließlich Sinn und Zweck der Übung.
Wenn wir mal von der Taschenlampe absehen, was bleibt uns dann, um die dunklen Stunden etwas zu erhellen?

An erster Stelle steht hier das Lagerfeuer, das gleich doppelt genutzt wird, da  man hier die Wärme und das Licht gleichermaßen nutzt.
Sonst helfen uns Kerzen, Fackeln, Petroleumlampen, Druckvergaserlampen (Coleman Benzinlampen, Petromax, etc.). Alle diese Lichtquellen haben ihre Vor- und Nachteile, die ich hier etwas erläutern will.

1) Die Kerze
Funktion:
Der Brennstoff - das Wachs - wird durch die Hitze der Verbrennung geschmolzen und durch den Docht der Flamme zugeführt.

Vorteile:
Die Kerze ist problemlos anzuzünden, Licht ist also schnell verfügbar.
Sie wiegt nicht mehr als ihr Brennstoff (im Gegensatz zu allen Flüssigbrennstofflampen, bei denen man auch noch Tank, Glas, und sonstige Teile rumschleppt). Sie ist weitgehend überall zu kaufen. Ihr Licht ist für alle Einmannbedürfnisse bis hin zum Suppekochen völlig ausreichend, wenn man seine Komfortgewohnheiten etwas zurückschraubt. Sie ist mechanisch ziemlich robust und im Gegensatz zu Lampen wartungsfrei.


Nachteile:
Die Kerze ist so schnell wieder ausgeblasen, wie sie angezündet ist. Steht sie in der Zugluft oder zu nah am Feuer, wird das Wachs zu schnell abgeschmolzen und die Kerze ist in einem Bruchteil der normalen Brenndauer runter. Wenn der Docht naß wird, ist sie kaum mehr anzuzünden. Sie ist schlecht dafür geeignet, im Rucksack nach Sachen zu suchen, außer man will seine Wäsche wachsimprägnieren. Lange, dünne Kerzen kippen leicht um - Branntgefahr!

Fazit: Die ideale Lichtquelle auf Fahrt und im Lager die schönste Nachttischerleuchtung. Sollte man immer im Rucksack haben.

2) Die Wachstuchfackel

Funktion:
Ähnlich wie bei der Kerze; der Docht, ein grobes Gewebe ist mit Wachs durchsetzt.

Vorteile:
Auch die Fackel ist gut anzuzünden, auch wenn es etwas mehr Geduld erfordert als bei der Kerze. Sie wiegt ebenfalls nicht mehr als ihr Brennstoff (vom Stiel  mal abgesehen). Sie gibt genug Licht, um eine Kohte komfortabel auszuleuchten oder um im Dunkeln den rechten Weg zu finden. Sie ist ziemlich windunempfindlich (versucht mal eine auszublasen...).

Nachteile:
Wachstuchfackeln sind nur bei den Rüsthäusern bzw. im Outdoorhandel zu bekommen und sind im Verhältnis zur Brenndauer (ca. eine Stunde) recht teuer. Sie sind mit über 50cm Länge recht sperrige Zeitgenossen.

Fazit:
Ideal für Nachtwanderungen, Aufnahmen. Licht für Küche und Versammlungszelt, wenn man nichts anderes hat.

3) Petroleumlampe
Funktion:
Petroleum wird vom Docht von unten aus dem Tank angesaugt und am oberen Ende innerhalb des Glases verbrannt.
Vorteile:
Schnelles Anzünden mittels Streichhölzern oder Gasfeuerzeug. Die Petrolampe liefert deutlich mehr Licht als eine Kerze und ist absolut windfest. Brenndauer je nach Tankgröße >6 Stunden. Wartungsarm. Petroleum ist notfalls in jedem Baumarkt oder Farbengeschäft erhältlich (im Brennstoffhandel jedoch deutlich billiger). Petroleum brennt nicht ohne Docht und ist somit von den flüssigen Brennstoffen noch der „sicherste“.

Nachteile:
Petrolampen sind nach oben nicht dicht. Wenn sie umkippen, läuft der Brennstoff aus. Wenn das im brennenden Zustand passiert, entzündet sich die Umgebung prompt durch die Flamme der Lampe. Als notwendiger Docht entpuppt sich alles, was mit Petroleum getränkt ist: Gras (großflächig!), Klamotten, Schlafsäcke, etc.. Petrolampen sind relativ sperrig und im befüllten Zustand nur aufrecht zu transportieren.

Umgang und Wartung:
Wie mit jedem Gerät, das mit brennbaren Flüssigkeiten arbeitet, sollte man  mit diesen Lampen sehr sorgsam umgehen! Wird z. B. so eine Lampe in die Kiste gequetscht oder rumgeschmissen, so können Risse in den Lötstellen entstehen und es sabbert dann ständig etwas Sprit in die Wiese... Die Lampen immer wieder genau auf Dichtheit untersuchen und den Tankdeckel ordentlich verschließen.
Verrußte Gläser gehören geputzt, am einfachsten geht das mit einem Taschentuch, das mit etwas Petroleum getränkt ist.
Wenn die Lampe nur wenig Licht liefert, obwohl der Docht schon weit hochgeschraubt ist, ist meistens der Tank leer, oder der Docht ist nicht mehr lang genug (genau dann verrußt auch das Glas...). Petroleum ist hygroskopisch, das heißt, es zieht Wasser/Luftfeuchtigkeit an, was den Tank rosten läßt. Also: Vor dem Einlagern Tank leeren!

Fazit:
Die Petroleumlampe ist die ideale Lagerlampe. Für Fahrten ist sie nur dann geeignet, wenn Gewicht keine allzu große Rolle spielt und der aufrechte Transport gewährleistet ist (z. B. Bootstour).

4) Druckvergaserlampen

Funktion:
Ein Gemisch aus vergastem Benzin (z. B. Coleman CL1) oder Petroleum (z. B. Petromax) und Luft wird im Glühstrumpf katalytisch in Licht umgewandelt. Um den flüssigen Brennstoff zu vergasen, wird die Zuleitung zur Vergaserdüse durch die Abwärme des Glühstrumpfes erhitzt. Druck im Tank treibt den Brennstoff durch die Leitung und ermöglicht eine saubere Gemischbildung.
Die katalytische Lichterzeugung hat einen weit besseren Wirkungsgrad als die normale Verbrennung, deshalb sind solche Lampen sehr hell (entsprechend Glühlampen zwischen 100 und 400 Watt).

Vorteile:
Sehr hell. Brennt ca. 8 Stunden mit einer Tankfüllung. Die Coleman - Lampen funkionieren mit Normal Bleifrei Benzin, und das gibt´s an jeder Tanke für wenig Geld.

Nachteile:
Der ganze Umgang mit diesen Geräten ist eine Wissenschaft für sich. Die Glühstrümpfe sind sehr stoßempfindlich und nicht billig. Benzin ist ein gefährlicher Brennstoff, dessen Gase bereits bei niedrigen Temperaturen leicht entzündlich sind.
Ist die Lampe nicht einwandfrei gewartet, brennt sie nicht zuverlässig.

Umgang und Wartung:
Coleman  - Lampen sind sehr robust gebaut. Der Glühstrumpf ist konzeptionell empfindlich gegen Erschütterung! Hat er einen Riss oder ein Loch, so muß er sofort gewechselt werden, um einen unkontrollierbaren Flammenaustritt zu vermeiden (Explosionsgefahr!). Neue Glühstrümpfe sind mit einer unempfindlichen Trägerschicht versehen, die nach dem Einbau, vor dem ersten Benutzen abgebrannt werden muß. Die Vergaserteile (Düse, Nadel, Steigrohr) müssen ca. alle 70 Betriebsstunden bzw. nach jedem Lager gereinigt werden, damit man nicht unverhofft im Dunkeln steht, wenn man am meisten auf Licht angewiesen ist. Die Pumpe muss regelmäßig abgeschmiert werden.
Wer sich nicht gut mit diesen Lampen auskennt, sollte die Finger davon lassen, und sich jemanden suchen, der weiß, wie´s geht.

Fazit:
Überall da, wo auf Lagern viel Licht benötigt wird (z. B. Küche) sind solche Lampen sehr hilfreich, ansonsten verbreiten sie eher Ungemütlichkeit durch ihr grelles, weißes Licht.

Autor: Tweety
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