Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

Stamm Wilhelm Löhe, Landshut


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Materialkiste - Beile und Äxte

I) Das Beil und seine Verwandten

Der Aufbau:
Das Beil ist eines der ältesten Werkzeuge überhaupt und ist deshalb sehr einfach aufgebaut. Ein Stiel aus Holz, ein „Kopf“ aus Metall, das ist alles.

Das Holz, aus dem der Stiel angefertigt ist, ist meist Esche, da dieses Material äußerst hart und außerdem schwingungsdämpfend ist, was die Handgelenke vor allzu harten Rückschlägen verschont. Wenn´s noch robuster sein soll, z.B. bei Holzfälleräxten, wird Hickory verwendet, eine nordamerikanische Nußbaumart.
Neuerdings, da die banalsten Dinge in den Outdoorhimmel gehoben werden, und altbewärtes zwanghaft „verbessert“ wird, gibt es sogar schon Beile mit Stielen aus kohlefaserverstärktem hightec - Kunststoff. Das Gerät ist somit etwas leichter und schont damit die Bandscheiben auf dem Haijk; es beansprucht selbige dann umso mehr beim Holzhacken, weil die nötige Masse eben fehlt...
Der Kopf besteht nach wie vor aus Metall, in der Regel aus Eisen. Ich hatte mal ein Beil, von dem sich bald herausstellte, daß es aus Gußeisen (spröde) hergestellt war, als eine Ecke abbrach. Herumschwirrende Beilteile sind meißt nicht erwünscht, deshalb greife man beim Beilkauf lieber zu einem schmiedeeisernen Objekt und damit etwas tiefer in die Tasche.
Die Verbindung zwischen Stiel und Kopf wird durch die Klemmkraft eines Holzkeils gewährleistet, welcher durch einen Sicherungsmetallkeil am Zurückrutschen gehindert wird (siehe Stiel erneuern).

Arten, Abarten, Verwandte, etc. des Beils:
...gibt es mehr als ich kenne, deshalb liste ich hier nur ganz wenige auf.
    Das klassische Beil (Abb. a), so wie wir es kennen, hat einen Kopf von üblicherweise 600 - 800 Gramm und einen Stiel der Länge einer Elle. Man verwendet es zum Holzhacken, Holz bearbeiten, zur Not auch „rückwärts“ als Hammerersatz, was jedoch mit Vorsicht zu genießen ist (Schneide!).
Das Zimmermannsbeil (Abb. b) ist etwas schwerer als unser Beil und komplett einseitig gebaut (sowohl Kopf als auch Stiel), um damit z.B. aus Baumstämmen vierkantige Balken zu schlagen, also einseitig Material abzutragen.
Die Holzfälleraxt (Abb. c), die oft mit dem Beil verwechselt wird, hat einen mindestens doppelt langen Stiel und ein Kopfgewicht von 1000 - 1600 Gramm. Wie der Name schon vermuten läßt, ist sie dafür ausgelegt, Bäume zu fällen (noch handliches Gewicht und schmales Profil für tiefe Schnitte gegen die Holzfaser).
Die Spaltaxt (Abb. d) mit einem bis zu 4 Kilogramm mächtigen Kopf und dem keilförmigen Profil sprengt beim Holzspalten die Scheite förmlich auseinander.
Die Streitaxt will ich hier nicht näher beschreiben - nähere Infos gibt´s bei Marten (Isobrett und Tape mitbringen...).

Unser Stamm ist im Besitz diverser 800 Gramm - Beile und einer Holzfälleraxt (1600 Gramm). Sollten wir mal 100 DM übrig haben, kommt hoffentlich eine Spaltaxt dazu.
Unsere Materialwärte achten auf die Einsatzbereitschaft dieser Werkzeuge, indem vor einem Lager die Schneiden geschliffen und, wenn nötig, defekte Stiele ausgetauscht werden. Wer schon einmal mit einem stumpfen Beil versucht hat, einen Pflock anzuspitzen, der weiß, daß es gefährlicher ist als mit einem scharfen Beil, weil die Klinge nicht ins Holz schneidet, sondern unkontrolliert abrutscht.

Umgang und Pflege:
Wie bei allen Werkzeugen mit Klinge muß auch beim Beil darauf geachtet werden, daß diese möglichst scharf bleibt. Dazu ist es am einfachsten zu sagen, was man mit einem Beil nicht machen sollte:
In die Erde abrutschen (Steine!), Nägel mitspalten (wirklich zu hart!), mit anderen harten Sachen und ohne Klingenschutz in eine Ecke bzw. Kiste feuern und noch viele andere unschöne Sachen. Desweiteren sollten Beile nicht im Regen oder im Morgentau herumrosten, weil genau dieser Prozess ihnen ebenfalls die Schärfe nimmt. Außerdem lockert sich durch öfteres Naßwerden (Holz quillt) und Trocknen (Holz zieht sich zusammen) der Stiel.
Beile mit lockerem Stiel dürfen natürlich nicht mehr benutzt werden, auch wenn man meint, „das hält schon noch“. Ist das Holz an sich noch in Ordnung, muß nur ein neuer Klemm- und Sicherungskeil gesetzt werden. Ist das Holz angeknaxt, so muß der ganze Stiel erneuert werden.

Das Schleifen der Klinge geschieht, wie auch beim Messer, immer mit dem Schleifmittel gegen die Klinge (siehe Bild). Bei groben Scharten arbeitet man zuerst mit einer Feile, weil so mehr Material abgetragen werden kann. Die Schärfe bringt anschließend der Schleifstein. Für den Schliffwinkel gilt - auch beim Messer: Je spitzer der Winkel, desto schärfer, aber auch empfindlicher die Schneide. Je größer der Winkel, desto schnitthaltiger die Schneide. Der beste Kompromiss für das Beil ist immer davon abhängig, was man gedenkt, mit dem Gerät zu tun; will man nur Holz spalten, ist ein großer Schliffwinkel von Vorteil, weil er unanfällig gegen Scharten ist, will man Pflöcke anspitzen bzw. anderweitig Holz bearbeiten, sollte man spitzwinkliger schleifen, usw.



                

Autor: Tweety
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